Die skurrilsten Sportveranstaltungen der Briten

Entdecke mit Jicki Englische Bräuche!

Sportliche Traditionen aus Großbritannien

Englisch erleben heißt voll eintauchen: in die Sprache, die Traditionen und in die Kultur der Menschen. Dazu zählen auch die traditionellen und etwas skurrilen Sportveranstaltungen der Brit*innen.

Bist Du bereit für etwas Action und Unterhaltung? Dann entdecke mit uns die verrücktesten Sportarten der Britischen Bevölkerung.

Dem Käse hinterher - Cheese Rolling

Käserennen klingt nicht nur etwas verrückt, sondern ist es auch. Jedes Jahr im Mai treffen sich die mutigen und abenteuerlustigen Teilnehmer*innen des Cheese Rolling Events am Cooper’s Hill in der Englischen Grafschaft Gloucestershire.

Dieser skurrile Wettbewerb lockt Zuschauer*innen aus der ganzen Welt an. Und das zurecht. So eine Attraktion möchte man sich nicht entgehen lassen!

Challenge und Ablauf

Beim Cheese Rolling treten etwa 100 Teilnehmer*innen gegeneinander an. Sie müssen einem runden Käselaib hinterherrennen, der nur ein paar Sekunden vor dem Start des Wettkampfes den 45° Grad steilen Abhang hinabgerollt wird.

Wer als erstes den Käse fängt, hat gewonnen. Da der Käse mit einer Geschwindigkeit bis zu 110 km/h jedoch nur schwer einzuholen ist, gewinnt der oder diejenige, die als erstes unten ankommt.

Aber nicht nur der Käse hat eine beachtliche Geschwindigkeit, auch die wagemutigen Teilnehmer*innen sind nicht mehr zu stoppen, wenn sie einmal losrennen. Sie purzeln, stolpern oder rollen wie der Käse den Cooper’s Hill hinunter und werden unten von der lokalen Rugby Mannschaft abgefangen.

Übrigens: Bei dem rollenden Käse handelt es sich um einen traditionellen Hartkäse aus Gloucestershire. Der Gloucester Cheese wird schon seit dem 16. Jahrhundert hergestellt und zeichnet sich für sein prägnantes Aroma aus. Bei Alles über Käse kannst Du noch mehr über den Hauptdarsteller des Cheese Rollings und den Unterschied zwischen Single und Double Gloucester erfahren.

Es gibt keine Voraussetzungen, die man für die Teilnahme beim Cheese Rolling erfüllen muss. Allerdings muss jede*r Teilnehmer*in gute Nerven und vor allem einen starken Knochenbau haben. Denn obwohl Cheese Rolling sehr amüsant und witzig aussieht, besteht beim Runterrennen eine hohe Verletzungsgefahr. Knochenbrüche sind keine Seltenheit.

Historisches 

Cheese Rolling soll es schon im 15. Jahrhundert gegeben haben. Über die Herkunft dieser Veranstaltung wird noch heute spekuliert. Zum einen wird angenommen, dass auf diese Weise die Aufrechterhaltung der Weiderechte angefordert wurde. Zum anderen wird auch vermutet, dass brennende Reisig-Bündel hinuntergerollt wurden, um den Beginn des neuen Jahres nach dem Winter zu verdeutlichen.

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Im Video bekommt ihr einen Eindruck davon, wie genau das Cheese Rolling in Großbritannien abläuft:

Schnorcheln mal anders - Bog Snorkelling

Eine weitere skurrile Sportveranstaltung ist Bog Snorkelling, das jedes Jahr Ende August in der kleinsten Stadt des Vereinigten Königreiches stattfindet.

In Llanwrtyd Wells (Wales) treffen sich abenteuerlustige Menschen, die sich von nichts abschrecken lassen, auch nicht von einem dreckigen und schlammigen Graben.

Beim Bog Snorkelling schwimmen die Teilnehmer*innen durch einen 110m langen sumpfigen Graben im Torfmoor. Der oder die Gewinner*in ist, wer die Strecke am schnellsten schnorchelt. Der Rekord liegt aktuell bei einer Zeit von 1 Minute und 22,56 Sekunden.

Das Schnorcheln sieht leicht aus, ist es jedoch nicht. Die Teilnehmer*innen müssen sehr viel Kraft aufwenden, um die schlammige Strecke zu bewältigen, denn sie dürfen sich lediglich mit ihren Flossen fortbewegen. Außerdem wird ihre Sicht durch das dreckige Wasser eingeschränkt, was das Schnorcheln wiederum sehr erschwert.

Dieses schlammige Sportevent gibt es schon seit 1976 und wurde aus einem wohltätigen Zweck gegründet. Deshalb gehen die Teilnahmegebühren jedes Jahr an eine gemeinnützige Einrichtung.

Duell zweier Ortsrivalen - Shrovetide Football

Shrovetide Football hat nicht wirklich viel mit dem traditionellen Fußball gemeinsam. Bei diesem Fußballspiel treten nicht nur jeweils 11 Fußballspieler*innen gegeneinander an, sondern eine ganze Menschenmasse auf einem 5km “Spielfeld”.

Jedes Jahr findet dieses verrückte Spektakel in Ashbourne, am Faschingsdienstag und am Aschermittwoch, statt. Bei diesem Event duellieren sich zwei Englische Ortsrivalen. Es kämpfen die Uppards (Oberstädter) gegen die Downards (Unterstädter).

Dabei wird ein Ball kreuz und quer durch die Stadt getrieben. Das Ziel ist es, den Ball in das gegnerische Tor zu bekommen. Als Tore dienen die Steinpyramiden am Flussufer der Stadt. Die “Mannschaft”, die das gegnerische Tor 3x hintereinander mit dem Ball berührt hat gewonnen.

Es gibt nicht viele Spielregeln beim Shrovetide Football. Die Spieler*innen schieben und schubsen sich in der Menschenmasse umher. Oft geht in diesem Gerangel etwas zu Bruch, so dass Hecken, Autos, Gartenzäune und Laternen nach dem Fußballspiel schon mal etwas demoliert aussehen können.

Doch auch dieses Spiel hat seine Grenzen. Das Betreten von Friedhöfe und Privatgrundstücken ist Tabu. Außerdem ist das Besteigen von Denkmälern nicht erlaubt, wie auch der Einsatz von unnötiger Gewalt.

Das Spiel beginnt an beiden Spieltagen um 14 Uhr und kann bis zu 8 Stunden dauern. Der Ball wird in manchen Jahren von Prominenten eingeworfen. So wie von Prinz Charles, der 2003 das Event eröffnet hat.

Angeblich wurde Shrovetide Football bereits im Mittelalter (1200) gespielt und gilt als Ursprung des Derbys, der sportlichen Aufeinandertreffen zweier Lokalrivalen.

Ein köstliches Rennen - Pancake Race

Wenn Engländer*innen mit einer Pfanne durch die Straßen rennen, kannst Du Dir sicher sein, dass es wieder Pancake Day ist. Wie der Name schon erklärt, dreht sich an diesem Tag alles um Pfannkuchen. 

Jedes Jahr am am Fastnachtsdienstag wird der Pancake Day gefeiert. Englische Restaurants und Straßenstände verkaufen leckere Pfannkuchen, und in vielen Ortschaften findet das traditionelle Pfannkuchenrennen statt. 

Das bekannteste Pfannkuchenrennen wird in der Grafschaft Buckinghamshire, in Olney veranstaltet. Dort verkleiden sich Frauen als typische Hausfrauen mit Schürze und bringen eine Pfanne mit Pfannkuchen zum Rennen mit. Während dem Rennen muss der Pfannkuchen in der Pfanne zweimal in der Luft gewendet werden. Das hört sich nach sehr viel Spaß an! 

Dieser sportliche Brauch geht auf eine Legende aus dem Jahr 1445 zurück. Damals war eine Hausfrau gerade am Pfannkuchen backen als die Kirchenglocken klingelten. Um nicht zu spät zur Beichte zu kommen, hat sie sich mitsamt Schürze und Pfanne auf den Weg gemacht.

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