Deutsche Grammatik lernen

Lerne die Deutsche Grammatik mit Jicki ganz nebenbei!

Die Deutsche Grammatik: Artikel, Satzbau, 4 Fälle & Zeitformen

Der Deutsche Satzbau, die Deutschen Artikel, die Deutschen Zeitformen und vor allem die 4 Fälle sorgen bei vielen Lernenden schnell für Lernfrust. Doch die Deutsche Grammatik ist nicht so schwer, wie Du denkst! Damit Du weiterhin Spaß am Deutsch lernen hast, haben wir Dir die wichtigsten Grammatikregeln übersichtlich zusammengefasst.

Übrigens: Mit den Audio-Sprachkursen von Jicki tauchst Du intuitiv in die Sprache ein und entwickelst so ganz nebenbei ein Gefühl für die Deutsche Grammatik!

Der Deutsche Satzbau

Deutsch lernen ist mehr als nur Deutsche Vokabeln zu verinnerlichen. Wenn Du wirklich verstanden werden willst, solltest Du Dich auch mit dem Deutschen Satzbau beschäftigen. Wie in vielen Sprachen gilt auch hier: Die Grammatik ist das Gerüst. Ohne den richtigen Satzbau versteht Dich am Ende (leider) keiner so richtig. Sobald Du den Deutschen Satzbau beherrschst, kannst Du Dich auch wieder praktischen Themen widmen, z.B. wie Du Deine Deutsch Aussprache verbessern kannst.

 

Der Hauptsatz

Ein klassischer Deutscher Hauptsatz besteht in der Regel aus mindestens 3 Teilen: Subjekt, Verb und Objekt. Deutsche Sätze werden also sehr ähnlich wie im Englischen gebildet – das macht es zum Lernen auch etwas leichter.

BeispielsatzÜbersetzung
Ich esse eine Brezel.I eat a pretzel.

Das Subjekt (Ich) gibt an, wer oder was eine Handlung durchführt.

Das Verb (esse) beschreibt die Tätigkeit, die wer oder was ausführt. 

Das Objekt (eine Brezel) zeigt, auf wen oder was sich die Handlung bezieht oder wer davon betroffen ist.

Sobald Du noch einen Ort oder eine Uhrzeit auf Deutsch angeben möchtest, wird der Satz damit am Ende ergänzt:

BeispielsatzÜbersetzung
Ich esse eine Brezel im Park.I eat a pretzel at the park.
Ich esse eine Brezel um 10 Uhr.I eat a pretzel at 10 o’clock.

Anders sieht es aus, wenn Du eine Zeitangabe, wie z.B. heute, morgen oder abends verwendest. Hier verändert sich der Satzbau: Das Verb kommt direkt nach der Zeitangabe und das Subjekt folgt – was nicht der Fall im Englischen ist:

BeispielsatzÜbersetzung
Morgen esse ich eine Brezel.Tomorrow, I’ll eat a pretzel.

Tipp: Lerne neben dem Deutschen Satzbau auch das Verben konjugieren. Beide Lernthemen lassen sich gut miteinander verknüpfen und helfen Dir dabei, Missverständnisse beim Deutsch sprechen zu vermeiden.

 

Der Fragesatz

Du willst eine Frage auf Deutsch stellen? Dann pack das Verb an den Satzanfang. Wird die Frage mit einem Fragewort (wie, wann oder warum) gestellt, steht das Verb vor diesem Fragewort:

BeispielsatzÜbersetzung
Esse ich eine Brezel?Do I eat a pretzel?
Wann esse ich eine Brezel? When do I eat a pretzel?

Der Nebensatz

In Nebensätzen gibt es auch eine kleine Veränderung innerhalb des Satzbaus. Bei Konjunktionen, wie z.B. weil, obwohl, wenn, damit verschiebt sich das Verb ans Ende des Satzes:

BeispielsatzÜbersetzung
Ich esse eine Brezel, weil ich Hunger habe.I eat a pretzel because I’m hungry.

Im Nebensatz steht also das konjugierte Verb haben am Ende hinter dem Objekt Hunger. Hier siehst Du also einen klaren Unterschied zwischen der Deutschen und Englischen Satzstellung.

Übrigens: Mit den Deutsch Hörkursen von Jicki verbesserst Du nicht nur Deine Deutsche Aussprache, sondern lernst auch die Deutsche Grammatik. In den Dialogen hörst Du automatisch verschiedene Zeitformen und den Deutschen Satzbau mit. So entwickelst Du schon nach kurzer Zeit ein sicheres Gefühl für die Deutsche Grammatik.

Die Deutschen Artikel

Der Bestimmte Artikel 

Im Deutschen gibt es drei bestimmte Artikel: der für männliche Nomen, die für weibliche Nomen und das für sächliche Nomen. Im Englischen sieht das anders aus: Dort gibt es nur den bestimmten Artikel the, ganz unabhängig vom grammatischen Geschlecht.

Für Menschen, die mit der Deutschen Sprache aufgewachsen sind, fühlt es sich automatisch richtig an, ob es der Stuhl (chair), die Kerze (candle) oder das Haus (house) heißt. Wenn Du jedoch erst mit dem Deutsch lernen beginnst, hast Du es etwas schwerer – aber keine Sorge! 

Zwar wirst Du nicht drum herumkommen, die meisten Artikel zusammen mit den Nomen auswendig zu lernen, jedoch gibt es auch bestimmte Wortgruppen, die Dir eine Orientierungshilfe geben. Hier ein kleiner Überblick:

derdiedas
z.B. der Bruder - brother, der Onkel - uncle (männliche Personen) z.B. die Mutter - mother, die Schwester - sister (weibliche Personen)z.B. das Grün - green, das Rot - red (Farbnamen)
z.B. der Regen - rain, der Schnee - snow (Wetter)z.B. die Orchidee - orchid, die Tulpe - tulip (Blumennamen)z.B. das Kupfer - copper, das Eisen - iron (Metalle)
z.B. der Dienstag - tuesday, der Samstag - saturday (Wochentage)z.B. die Eins - one, die Zehn - ten (Zahlen)z.B. das Lesen - reading, das Schreiben - writing (substantivierte Verben)

Außerdem gibt es auch einige Wortendungen, die Dir Auskunft über das Geschlecht eines Nomens geben:

Endungen, die auf männliche Nomen hinweisen können:

-er (z.B. der Drucker – printer), -ling (z.B. der Liebling – darling), -or (z.B. der Autor – author), -ist (z.B. der Optimist – optimist)

Endungen, die auf weibliche Nomen hinweisen können:

-e (z.B. die Tasse – cup), -ei (z.B. Brauerei – brewery), -ie (z.B. die Industrie – industry), -schaft (z.B. die Freundschaft – friendship), -keit (z.B. die Möglichkeit – possibility)

Endungen, die auf sächliche Nomen hinweisen können:

-o (z.B. Foto – photo), -ment (z.B. das Instrument- instrument), -tum (z.B. das Reichtum – wealth), -um (z.B. Praktikum – internship)

Tipp: Um Deine Deutschkenntnisse zu verbessern, kannst Du zusätzlich auf Deutsche Podcasts und Deutsche Hörbücher zurückgreifen. So verbindest Du Lernen mit Unterhaltung und machst in kurzer Zeit große Fortschritte.

 

Der Unbestimmte Artikel im Deutschen

Im Deutschen gibt es zwei unbestimmte Artikel, nämlich ein und eine. Im Englischen sind a und an das Äquivalent. Ein benutzt Du für männliche und sächliche Wörter, und eine verwendest Du für weibliche Wörter. Ganz leicht!

Bestimmter ArtikelUnbestimmter Artikel
der Stuhlein Stuhl
die Kerzeeine Kerze
das Hausein Haus

Die 4 Fälle im Deutschen

Im Deutschen zeigen die vier Fälle (Kasus), welche Rolle ein Wort im Satz hat. Beherrschst Du sie, wird es Dir um einiges leichter fallen, richtige Sätze zu bilden und Dich im Deutschen genau auszudrücken. Damit Du schnell die Funktion eines Wortes im Satz herausfindest, ist es hilfreich, danach zu fragen. Denn nur so bekommst Du auch eine Antwort. Für jeden Fall gibt es bestimmte Fragewörter, die dich auf die richtige Fährte bringen.

Der Erste Fall: Nominativ 

Der Nominativ sagt, wer oder was etwas tut. Mit der Frage “Wer oder was?” findest Du also das Subjekt im Satz.

Subjekt (Antwort)Frage
Der Mann liest ein Buch.Wer oder was liest ein Buch?
Das Kind lacht.Wer oder was lacht?
Die Frau fährt Auto.Wer oder was fährt Auto?

Der Zweite Fall: Genitiv

Der Genitiv zeigt Besitz oder Zugehörigkeit. Hier stellst Du die Frage “Wessen?” und findest so heraus, wem etwas gehört.

Besitz (Antwort)Frage
Das ist das Fahrrad des Mannes.Wessen Fahrrad ist das?
Das Auto der Frau ist neu.Wessen Auto ist neu?
Das Spielzeug des Kindes liegt im Zimmer.Wessen Spielzeug liegt im Zimmer?

Der Dritte Fall: Dativ

Weiter geht es mit dem dritten Fall. Der Dativ sagt, wem etwas z.B. gegeben, gesagt oder geholfen wird. Du stellst die Frage “Wem?” und bekommst das indirekte Objekt als Antwort.

Indirektes Objekt (Antwort)Frage
Ich gebe dem Mann das Buch.Wem gibst du das Buch?
Sie hilft der Frau.Wem hilft sie?
Wir danken den Kindern.Wem danken wir?

Übrigens: Um Dich im Deutschen sicher ausdrücken zu können, reicht Grammatik allein nicht aus – Du brauchst auch einen soliden Deutsch Grundwortschatz. Dabei unterstützen Dich unsere Vokabelübersichten, mit denen Du Schritt für Schritt Deine ersten Deutsch Vokabeln lernst.

Der Vierte Fall: Akkusativ

Der Akkusativ sagt, wen oder was jemand z.B. sieht, hat, kauft. Hier stellst Du die Frage “Wen oder was?” und entdeckst somit das direkte Objekt im Satz.

Direktes Objekt (Antwort)Frage
Ich sehe den Mann.Wen oder was sehe ich?
Er hat ein Buch.Wen oder was hat er?
Sie kauft ein Auto.Wen oder was kauft sie?

Du siehst also, dass sich der Artikel im Deutschen an den Fall eines Nomens anpasst. Das nennt man auch Deklination. Hier hast Du noch eine zusammenfassende Übersicht am Beispiel der Mann (im Singular und Plural):

FälleSingularPlural
Nominativder Manndie Männer
Genitivdes Mannesder Männer
Dativdem Mannden Männern
Akkusativden Mannesdie Männer

Tipp: Deutsch Grammatik lernen ist so gar nicht Dein Ding und die Zeitformen wollen einfach nicht im Kopf bleiben? Damit bist Du nicht allein! Vielleicht hilft Dir ein Blick auf unsere Motivationstipps oder Du wechselst einmal die Perspektive und überlegst Dir Deine Gründe, eine neue Sprache zu lernen!

Die Präpositionen im Deutschen

Präpositionen sind kleine Wörter wie in, auf, mit, für oder wegen, die Beziehungen zwischen Wörtern ausdrücken. Sie helfen dabei z.B. Ort, Zeit, Richtung und Besitz auszudrücken.

Die Präposition und Fälle 

Nach einer Präposition kommt immer ein bestimmter Fall (Akkusativ, Dativ oder Genitiv). Hier ein paar Beispiele: 

Genitiv

Präpositionen, die auf den Genitiv hinweisen: trotz, wegen, infolge, angesichts, zwecks, fernab, dank, anlässlich

  • Wegen des schlechten Wetters bleiben wir heute zu Hause.
  • Trotz des hohen Preises kauft sie das Auto.

Dativ

Präpositionen, die auf den Dativ hinweisen: bei, mit, seit, von, nach, zu, aus, gegenüber, mit

  • Ich gehe mit meinem Freund ins Kino. 
  • Ich wohne bei meiner besten Freundin.

Akkusativ

Präpositionen, die auf den Akkusativ hinweisen: ohne, durch, gegen, um, für.

Beispiele:

  • Ich kaufe ein Geschenk für meine Schwester.
  • Ich gehe ohne meinen Opa in den Stadtpark.

Wechselpräpositionen 

Präpositionen, die je nach Situation auf Dativ oder Akkusativ hinweisen: hinter, an, über, zwischen, auf, in, neben, unter, vor

  • Gehst du auch ins Restaurant? (Richtung → Akkusativ)
  • Ich bin im Restaurant. (Ort → Dativ)

 

Spielerisch und intuitiv die Deutsche Grammatik lernen?

Das sagen unsere Lernenden

Die Zeitformen im Deutschen

Du möchtest im Deutschen ausdrücken, wann etwas passiert? Dann solltest Du die Zeitformen kennen! Ob gestern, heute oder morgen – Wir haben für Dich einen Überblick über das Deutsche Präsens, Perfekt, Präteritum und Futur I.

Das Präsens

Die Gegenwartsform (Präsens) benutzt Du, wenn…

  • jetzt gerade was passiert. Z.B.: Ich trinke ein Glas Wasser.
  • eine Handlung regelmäßig oder eine Gewohnheit ist. Z.B. Ich gehe jeden Tag zur Arbeit.
  • Du über Zukunftspläne (mit Zeitangaben) sprichst. Z.B. Morgen fahre ich nach Freiburg.

Du bildest das Präsens mit der konjugierten Verbform. Deutsch Verben konjugieren fällt Dir noch schwer oder Du hast noch keinen Plan, wie das überhaupt funktioniert? Wir haben für Dich eine ausführliche Erklärung. Schau mal vorbei.

Das Perfekt

Das Perfekt ist die Vergangenheitsform, die im Deutschen meist beim Sprechen benutzt wird. Du verwendest diese Zeitform, wenn Du über abgeschlossene Handlungen sprichst.

Das Perfekt wird mit den im Präsens konjugierten Hilfsverben “haben”  oder “sein” gebildet. Am Satzende kommt noch das Partizip II des Verbs dazu – und schon kannst Du über die Vergangenheit auf Deutsch sprechen. 

Beispielsätze: 

  • Ich habe Deutsch gelernt. (Hilfsverb: haben, Partizip II: gelernt)
  • Er ist nach Hause gegangen. (Hilfsverb: sein, Partizip II: gegangen)
  • Wir haben gestern gefeiert. (Hilfsverb: haben, Partizip II: gefeiert)

Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben, Verben der Bewegung und Zustandsveränderung oft mit sein (z.B. gehen, fahren, kommen, bleiben). 

Das Partizip II wird im Deutschen je nach Verb-Typ unterschiedlich gebildet. Die Tabelle zeigt Dir die wichtigsten Muster mit Beispielen:

Verb-TypMusterInfinitivPartizip II
regelmäßige Verbenge + Stamm + tlernengelernt
unregelmäßige Verbenge + Stamm + engehengegangen
trennbare VerbenPräfix + ge + Stammaufstehenaufgestanden
mit be-,ver-,er-Stamm + t/enverstehenverstanden

Übrigens: Du kannst auch gemeinsam mit einem*r Tandempartner*in an Deiner Deutschen Grammatik arbeiten. Nehmt euch zum Beispiel gezielt den Deutschen Satzbau oder die verschiedenen Deutschen Zeitformen vor und bitte Dein Gegenüber darum, Dich bei Fehlern direkt zu korrigieren. So vermeidest Du, dieselben Fehler immer wieder zu machen. Je öfter Du sprichst, desto schneller festigen sich Deine Deutsch Grundlagen.

Das Präteritum

Eine weitere Vergangenheitsform ist das Präteritum. Im Gegensatz zum Perfekt wird das Präteritum eher in der Schriftsprache verwendet, z.B. in Geschichten, Büchern und Nachrichten. Regelmäßige Verben werden im Präteritum meistens nach einem einfachen Schema gebildet. Du nimmst den Verbstamm, fügst -te hinzu und die jeweilige Personalendung. 

Beispiel mit lernen (to learn)

PersonVerb im Präteritum
ichlernte
dulerntest
er/sie/eslernte
wirlernten
ihrlerntet
sielernten

Bei unregelmäßigen Verben ändert sich oft der Stamm und die Endungen sind oft kürzer. Z.B. wird aus ich gehe (Präsens) ich ging (Präteritum) oder aus ich schreibe (Präsens) ich schrieb (Präteritum). Auch gibt es einige Sonderfälle, wie z.B. bei sein und haben. Am besten lernst Du diese Muster auswendig. 

sein → ich war, du warst, sie war, wir waren, ihr wart, sie waren

haben → ich hatte, du hattest, er hatte, wir hatten, ihr hattet, sie hatten

Tipp: Einige Verben im Präteritum, wie z.B. ich war, ich konnte, ich wollte, ich durfte und ich sollte, werden oft im Alltag auch mündlich benutzt. Deshalb kann es sinnvoll sein, diese Verben beim Lernen zu priorisieren.

Das Futur I

Mit dem Future I drückst du zukünftige Pläne und Handlungen aus. Auch kannst Du mit dieser Zeitform Vermutungen über Gegenwart oder Zukunft aufstellen. Das Future I bildest Du mit dem Hilfsverb “werden” und den Infinitiv des Hauptverbs: 

Beispiele: 

  • Ich werde ein neues Buch lesen.
  • Es wird morgen regnen.
  • Sie werden nächste Woche Urlaub machen.
Personwerden + Infinitv
ichwerde lernen
duwirst lernen
er/sie/es wird lernen
wirwerden lernen
ihrwerdet lernen
siewerden lernen

Im Alltag wird oft Präsens + Zeitangabe statt Future I benutzt. Also anstelle von “Morgen werde ich nach Freiburg gehen” wird eher “Morgen gehe ich nach Freiburg” gesagt. Beides ist korrekt. Das Future I klingt etwas formeller und betont die zukünftige Handlung etwas stärker. 

Tipp: Du schaffst es kaum, Dich länger am Stück auf die Deutsche Grammatik zu konzentrieren? Dann lohnt sich vielleicht ein Blick auf unsere Seiten zum Thema Lernen lernen und Lernmethoden.

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Helge Straube
Helge Straube

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema, wie Lernen wirklich funktioniert und denke dabei oftmals um zwei Ecken. Diese Erfahrungen und „Ecken“ möchte ich weitergeben.