Die Geschichte von Jicki

Jicki und Superlearning – Eine Geschichte zum Lachen und Weinen

Als Superlearning in den 80-er Jahren immer bekannter wurde, Bücher darüber zu Bestsellern wurden und so mancher von „Lernen fast wie im Schlaf“ sprach, schienen alle Vorzeichen darauf hinzudeuten, dass sich ein Lernansatz durchsetzen würde, der Entspannung, Freude und sogar Musik miteinbezog.

Trotz oder vielleicht gerade wegen vielfach nachgewiesener Lernerfolge, hat dieser so vielversprechende Ansatz nicht die Bedeutung bekommen, die ihm zustand und der viel Lernfrust hätte vermeiden können. Wir von Jicki wollen das ändern.

Wie es dazu kam

Es waren einmal eine Studentin der Psychologie und ein Student der Betriebswirtschaft. Diese mussten, wie das so üblich ist, viel lernen. Darunter auch so manches, was wenig Sinn machte und was man als reinen Paukstoff bezeichnet. Ihr Vater, ein Lerncoach, empfahl ihnen, sich diesen Stoff mit Superlearning anzueignen. Der Vater war in den 80-er Jahren in diesem Forschungsbereich aktiv unterwegs und konnte ihnen daher die entsprechenden Tipps geben, um sich eigene Audio-Lern-Tapes zu erstellen. Das taten sie auch, mit dem Ergebnis, dass diese selbstgemachten Audio-Lernfiles bald die Runde unter den Kommilitonen machten.

Team Jicki © vidream

Ich – Helge Straube – war dieser BWL-Student und habe Jicki zusammen mit Christian Maier, Stefan Graf und Christoph Munz gegründet. Ich bin zugegebenermaßen etwas lernfaul, und so überzeugten mich die eigenen Erfolge durch das Superlearning von dieser Methode. Schließlich bekam ich die Idee, dass eine Verbindung vom Konzept des Superlearnings mit den heutigen digitalen Möglichkeiten die ideale Kombination wäre, um möglichst Vielen das Lernen zu erleichtern. Denn bezüglich konventioneller Lernmethoden hat sich bis heute nicht viel getan – im Gegenteil: Stofffülle und Zeitknappheit, wenig vorhandene gute Lernatmosphäre und häufig fehlende Sinnhaftigkeit belasten auch heute noch viele Schüler und Studenten.

Ermutigt haben mich auch Bücher wie z.B. „Die digitale Bildungsrevolution“ (Dräger, Müller-Eiselt), die verdeutlichen, dass sich zumindest der Wissenserwerb bald nicht mehr in „Klassenzimmern“ abspielen würde. In mir tauchte das folgende Bild auf:

Stell Dir vor, es ist Schule (Uni) und keiner geht hin …

Das Lernen mit Hilfe der neuen Medien an schöne Orte der eigenen Wahl zu verlegen, um dort ungestört, im eigenen Tempo zu lernen – diese Vorstellung faszinierte mich.

Mir wurde klar, dass es vor allem andere Formen des Lernens braucht: weniger stressauslösende, mehr an das kindliche Lernen erinnernde Lernformen. Dieser Ansatz wird zum Beispiel auch in der Kognitionswissenschaft seit einiger Zeit untersucht. Und damit kam ich wieder zum Superlearning.
Die einzige Frage, die mich noch zweifeln ließ war, warum sich denn diese wirksame Methode nicht richtig durchgesetzt hat. Dieser Frage ging ich nach.

Ein kurzer Blick in die Geschichte – es begann in Bulgarien

Dr. Georgi Lozanov, ein bulgarischer Arzt und Psychotherapeut, hat sich schon in den 50er und 60er Jahren durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Schlaf- und Hypnoseforschung einen Namen gemacht. Größere Beachtung fand die Suggestologie, als sie 1965 in Bulgarien bei medizinischen Eingriffen zur Schmerzkontrolle eingesetzt wurde. Dabei wurden die Patienten in eine Art Trancezustand versetzt, der es ermöglichte, Operationen bei vollem Bewusstsein, ohne jegliche Medikamente durchzuführen. Laut Dr. Lozanov hat diese Behandlung jedoch nichts mit Hypnose zu tun. Sie steht vielmehr dem Yoga und dem autogenen Training nahe.

Yoga Lernen

Inspiriert und ermutigt durch seine Erfolge, kam ihm folgender Gedanke: Wenn schmerzfreie Operationen und Geburten möglich sind, sollte es ebenso möglich sein, Wissen »schmerzlos« zu vermitteln. So begann er, sich mit Pädagogik und Lernpsychologie zu befassen. Diese Thematik faszinierte ihn so, dass er seine Forschungen systematisch in diese Richtung ausbaute. Er kam schließlich zu der Erkenntnis, dass ein “Supergedächtnis” eine natürliche menschliche Fähigkeit sei, die jeder mit Leichtigkeit erwerben könne. „Es ist möglich, innerhalb eines Monats eine Sprache zu lernen, wenn man sich neben einigen anderen Aspekten, mittels spezieller Musik und Entspannung in einen besonders aufnahmebereiten Zustand versetzt“ stand in der russischen Tageszeitung Prawda, gefolgt von weiteren Erfolgsnachrichten, die immer unglaubwürdiger wirkten.

Über die USA nach Deutschland

So wurden 1968 die beiden Amerikanerinnen Sheila Ostrander und Lynn Schroeder auf die Berichte über die Suggestologie und Dr. Lozanovs Forschung aufmerksam. Sie machten sich auf den Weg, um zu recherchieren und trafen unter anderem auch Dr. Lozanov. Die damals schwierige Kommunikation zwischen West und Ost machte das sicher nicht leicht und so kann man heute nicht mehr genau sagen, was sich damals alles abspielte. Ostrander und Schroeder waren jedenfalls so beeindruckt, dass sie 1979 ein Buch mit dem Titel „Superlearning“ veröffentlichten, welches ein Bestseller wurde. Das Buch erschien bald darauf in Deutschland und fand auch hier eine schnelle Verbreitung.

Wie der Titel schon ankündigte, enthielt das Buch eine Fülle von Superlativen, die das gewohnte Lernen sehr alt aussehen ließen und den Traum vom Lernen im Schlaf in greifbare Nähe rückten. Bald gab es dazu entsprechende Audio- Sprachlernprogramme, die so manche Kontroverse auslösten. Denn der durch den Begriff Superlearning suggerierte Traum vom Lernen ohne etwas zu tun, war genauso irrtümlich wie das gewohnte „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ oder „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“. Und mit der schnell wachsenden Verbreitung Anfang der 80-er Jahr begann schon der „Kampf“ dieser beiden Extreme.

Superlearning versus Suggestopädie

„Superlearning“ war der Reizbegriff – im Positiven wie Negativen – und sorgte für eine schnelle öffentliche Aufmerksamkeit. Bald gab es erste Anbieter von Sprach-Cassetten-Kursen, mit deren Hilfe man sich in erstaunlich kurzer Zeit einen großen Wortschatz aneignen konnte. Das Rezept dafür lautete: Entspannung und Musik. Und wenn auch so mancher dieser Anbieter den Begriff Superlearning gerne ersetzt hätte – es gab Versuche mit Ausdrücken wie “ganzheitlichem Lernen” etc. – gab es nichts, was dessen Durchschlagskraft glich, und so blieb der Begriff „Superlearning“ erhalten.

Englisch lernen Kindergarten

Darauf aufmerksam geworden, probierte ein Heidelberger Gymnasiallehrer das Konzept in seinem Fach Französisch aus. Er machte lediglich Entspannungsübungen und trug neue Vokabeln rhythmisch zu langsamer Barockmusik vor, während der restliche Unterricht wie gewohnt ablief. Alleine damit erzielte er bereits erstaunliche Ergebnisse bei seinen Schülern.

Zeitungen berichteten darüber und andere Lehrer wurden aufmerksam. Dies mündete schließlich darin, dass diese Lehrer 1987 einen Verein gründeten, die Methoden definierten und Ausbildungsrichtlinien festlegten. Sie gaben sich den Namen „Suggestopäden“ und nannten ihren Verein „Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen e.V. (DGSL)“.
Der Findung dieses Zungenbrechers gingen viele interne Kontroversen voraus. Mit dem Begriff DGSL wollte man sich ganz klar vom Begriff Superlearning distanzieren, weil die Mitglieder des Vereins diese Methode ohne Lehrer und Dialogmöglichkeit für unseriös hielten. Die Tausenden von Anwendern des Konzepts sahen das allerdings anders, wodurch der Begriff Superlearning bestehen blieb. Dies schob die Verbreitung weiter an.

So teilte sich die Bewegung und die Vertreter unterschiedlicher Meinungen versuchten, »ihr« Superlearning oder »ihre« Suggestopädie als die einzig richtige Methode darzustellen. Dies war nicht nur verwirrend, sondern auch dem dahinterstehenden ganzheitlichen Lehransatz nicht förderlich. Dabei ging es doch allen um die gleichen Grundgedanken:

entspannt Spanisch Sprachduschen
  • Fühl Dich wohl beim Lernen (entspanne Dich)
  • Lass den Lernstoff in Dich rein (lass Dich berieseln)
  • Schaffe eine gute Atmosphäre (wie in einem Lernkonzert)
  • Glaube und erlebe, dass Du weit mehr kannst, als Du denkst

Alles im Fluss – es geht den Bach runter

Der ständige Konflikt zwischen den „Suggestopäden“ und den „Superlearnern“ spielte auch den Gegnern des Ansatzes in die Hände. Elternstimmen wurden laut, die kritisierten: „Ich will nicht, dass mein Kind beim Lernen die Augen zumacht, da wird es manipuliert!“. Kollegen mit herkömmlichem Unterricht mokierten sich über die „unordentlichen“ Klassenzimmer, voller Spiele, Bewegung, Musik und Lachen. Das Problem war dabei in Wirklichkeit nicht die Form, sondern die Wirkung. Die Klassen waren nämlich auch sehr erfolgreich, was nicht jedem passte … “der Club der toten Dichter” lässt grüßen.

So erfuhr die damals schnell wachsende Gemeinschaft von Suggestopäden trotz, oder gerade wegen ihrer Lernerfolge viele Dämpfer und Rückschläge. Die Zahl der äußerst engagierten Pädagogen schrumpfte infolgedessen immer mehr. Interne Auseinandersetzungen, äußere Anfeindungen und der große Aufwand der Umsetzung zermürbten. Das anfänglich große Selbstbewusstsein schwand.

Als sich dann noch die Begründer der beiden führenden Superlearning-Verlage nahezu zeitgleich aus dem Thema zurückzogen, ging es langsam, aber sicher den Bach hinunter.

Jicki – die Auferstehung

Doch so wie jeder Fluss im Meer aufgeht, um von dort in die Wolken aufzusteigen und als Regen wieder neue Quellen zu speisen, versiegen auch gute Ideen nicht. Vor allem dann, wenn sie dem Menschen nicht nur nutzen, sondern auch seinem Wesen entsprechen. Wir haben alle als Kinder erlebt, dass ein wirklich leichtes Lernen (Sprechen, Laufen etc.) aus einem Gefühl der Kraft, Entdeckungsfreude und Zuversicht gespeist wird, dass man dabei nicht angespannt ist, an sich zweifelt oder Angst vor Fehlern hat. Daher ist uns diese „menschliche“ Form des Lernens auch sehr zugänglich. Es ist kein Neu lernen, sondern Altes wieder entdecken. Es ist keine Methode, sondern eine Haltung, die wieder selbstverständlich zum Lernen gehören sollte. Es fördert loszulassen, statt festzuhalten. Es ist natürliche Lernlust, statt gelerntem Lernfrust.

Jicki App

Das ist unser Anliegen bei Jicki und mit unserem Motto “endlich lernen” wollen dazu beitragen, dass Lernen wieder das ist, was es für jeden von uns als Kind einmal war: Ein spannendes Abenteuer ohne Angst vor Fehlern! Im Gegenteil “Laufen lernt man von Fall zu Fall” wie es jemand einmal treffend ausdrückte, denn Hinfallen gehört zum Laufen lernen dazu. So wollen wir nicht nur zeigen, wie leicht Lernen sein kann, wenn man dabei gelassen ist und Zutrauen hat, sondern auch klar machen, dass sogenannte Fehler, lediglich zeigen was fehlt und damit zu einem natürlichen Lernprozess dazugehören.

Ausgehend von unseren bewährten Sprachduschen, die wir ständig erweitern, werden wir uns auch anderen Lernthemen widmen. Und sobald genügend Menschen dabei sind, werden wir auch dabei unterstützen, sich persönlich zu treffen und mit- und voneinander zu lernen.

Wir freuen uns über alle, die mitmachen wollen.

Liebe Grüße aus Freiburg,

die Gründer Helge, Stefan, Chris und Christian

jicki-logo-weiß

PS: Hartmut Wagner, der Heidelberger Lehrer mit dem ersten Schulversuch und später langjähriger führender Ausbilder der Suggestopäden, schrieb meinem Vater, der mich ebenfalls aktiv unterstützt, kürzlich:

„Jicki halte ich für das aktuell beste Audio-Selbstlernprogramm für Sprachen, in das viele suggestopädische Elemente eingeflossen sind. Eine prima Ergänzung zu suggestopädischen Live-Sprachkursen.
Ich wünsche Dir, Helge und dem ganzen Team viel Erfolg!“

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