Sprachen lernen nach der Birkenbihl-Methode

Wir von Jicki erweitern die bekannte Birkenbihl-Methode mit einer Extraportion Entspannung und Fantasie!

Sprachen lernen nach der Birkenbihl-Methode

Wenn in einem Gespräch das Thema Fremdsprachen aufkommt, sagen wir zum Beispiel das Französischlernen, dann gibt es fast immer eine*n in der Gruppe, der Folgendes mit leicht hängendem Kopf verlauten lässt:
Französisch ist ja so eine schöne Sprache, die hatte ich auch mal fünf Jahre in der Schule. Aber heute kann ich fast gar nichts mehr davon, höchstens comment ça va, das wars.”

Wenn man mal genauer über diese Tatsache nachdenkt, zweifelt man schnell an der Effektivität von klassischen Lerntechniken, wie sie in den meisten Schulen angewendet werden.

Damit gesellt man sich gedanklich schon automatisch zu der äußerst charakterstarken Buchautorin und Trainerin Vera F. Birkenbihl. Sie beschäftigte sich Zeit ihres Lebens mit der Funktionsweise des Gehirns leitete daraus einen bis dahin völlig neuen Ansatz zum Sprachenlernen ab, der auch heute noch für Gesprächsstoff unter Pädagogen sorgt.

Das Grundprinzip nach Vera Birkenbihl

Das Stichwort heißt hier gehirn-gerechtes Lernen, worauf sich eine viergliedrige Lernmethode aufbaut, die sich zwar ungewöhnlich anhört, jedoch bis heute wahnsinnig viele Anhänger hat.
Damit ist eine von Vera Birkenbihl entwickelte Lernmethode gemeint, die auf die Funktionsweise des menschlichen Gehirns ausgerichtet ist – durch ein verknüpftes Lernen im Außen sollen auch im Hirn langfristige Verbindungen zwischen Synapsen aufgebaut werden. Und stabile Verknüpfungen im Hirn deuten immer darauf hin, dass Eindrücke aller Art Spuren hinterlassen haben.

Genauer gesagt geht es eben NICHT darum, wie gewohnt einzelne, isolierte Elemente durch zu pauken – also klassischerweise Vokabeln und Grammatik – sondern von Anfang an aktiv in eine neue Sprache einzutauchen und die Bereiche einer Einzelsprache von vornherein miteinander in Verbindung zu setzen.

Dieses Eintauchen nennt man auch Immersion und meint damit, dass man sich am besten ganz von der Zielsprache umgibt, da Lernerfolge damit schneller um die Ecke kommen als Dein Hund, wenn Du Gassi sagst.

Intuitiv, kontextgebunden, unterbewusst – dafür steht die sogenannte Birkenbihl-Methode. Die Muttersprache wird dabei nur als eine Art Stütze genutzt, um noch nicht Verstandenes zu benennen und dadurch verschwindet sie während des Lernprozesses nach und nach.

Das ist natürlich eine ganz andere Herangehensweise als im deutschen Schulsystem, wo man Fremdsprachen auf der Basis der Muttersprache lernt. Oft können Schüler deswegen Grammatikregeln und Vokabeln wiedergeben, allerdings haben sie oft große Hemmungen beim Sprechen und man hört einen deutlichen Akzent.

Bei der Birkenbihl-Methode wird der Spieß hingegen umgedreht – anstatt Vokabeln und Grammatikregeln mehr oder weniger passiv zu erlernen, wirst Du sozusagen gleich in das kalte Fremdsprachen-Wasser geworfen.

Anders ausgedrückt: Du schlägst Dich ganz alleine durch das Dickicht eines undurchsichtigen Wörterdschungels, bis Du erste Strukturen erkennen kannst und einzelne Bedeutungen verstehst. Das, was dem Abenteurer die Machete ist, das ist das Wörterbuch für jede*n, der sich mit der Birkenbihl-Methode in fremde Sprachgefilde aufmacht.

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Die Birkenbihl-Methode zum Sprachenlernen

1. Dekodierung
Konkret bedeutet das zuerst einmal, dass Du als Sprachschüler*in so tust, als ob Du von Anfang an ein Sprachexperte bist, indem Du einen kurzen fremdsprachigen Text übersetzt – und das scheinbar völlig unbedarft und ohne Vorbereitung.
Ziemlich selbstbewusst also für eine*n Anfänger*in! Und das ist auch gut so, denn wenn Du Dich darauf konzentrierst, was Du schon kannst, dann begegnest Du neuen Inhalten mit Selbstvertrauen und positivem Tatendrang.

Du legst also in mehreren Zeilen eine 1:1-Übersetzung deines Textabschnittes an, und zwar ohne dabei auf Grammatikregeln oder den Stil zu achten. Vera Birkenbihl nennt das Dekodierung. Hier werden keine Wörter angeglichen und der fertig übersetzte Satz muss sich auch nicht sinnvoll anhören, denn Du übersetzt ja jedes Wort einzeln.

Klingt verrückt? Ja, vielleicht, aber Du wirst schnell merken, dass Du die Satzstruktur einer Sprache mit der Birkenbihl-Methode verinnerlichen kannst, ohne auch nur einen Funken Ahnung von der Grammatik zu haben. Das ist doch fast Magie, oder?
Außerdem lernst Du die Zielsprache mit der Birkenbihl-Methode als ganze Einheit kennen und nicht nur einzelne Elemente, die irgendwann gedanklich zu einer Sprache zusammengefasst werden müssen.

Aber keine Angst – für Deine kleine Übersetzung nach der Birkenbihl-Methode musst Du keine Urkunde von 1870 übersetzen. Unser digitales Zeitalter hat den großen Vorteil, dass Du Dir Deinen Textschnipsel von überall her holen kannst, je nachdem, wo deine Interessen liegen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Auszug von Harry Potter zum Englisch lernen?

2. Aktives Hören
Im zweiten Schritt der Methode nach Vera Birkenbihl kannst Du dann endlich den Stift weglegen und Dich dem aktiven Hören zuwenden. Auch hier ist Harry Potter eine gute Wahl zum Englischlernen, da das vorher Übersetzte nun auf der Fremdsprache angehört werden soll. Also eignen sich Hörbücher bestens dafür.

Du machst es Dir also bequem, greifst Dir Deinen übersetzten Text und hörst Dir genau den dazugehörigen Schnipsel an. Dabei liest Du den Text in deiner Muttersprache mit und versuchst, die gehörten Wörter mit den geschriebenen gedanklich in Verbindung zu bringen.

Dafür kannst Du so oft auf STOP klicken, wie Du möchtest. Wichtig ist, dass Du jedes Wort am Ende zuordnen kannst und Dir seinen Klang einprägst. Denn Du musst nicht der nächste Usain Bolt werden, sondern Deinem Hirn lediglich Zeit geben, um sich auf eine neue Sprache einzustellen.

Das funktioniert bei der Birkenbihl-Methode besonders gut, wenn Du Dir die Bedeutung der Wörter beim Anhören vorstellst und Deinen Kopf somit zusätzlich mit Bildern fütterst, welche er mit dazugehörigen Lauten verknüpfen kann. Der nächste Schritt nach Vera Birkenbihl kann angegangen werden, wenn Du den Text gänzlich verstehst, ohne Deine Übersetzung zur Hand zu haben.

Falls Du Dein englisches Lieblingslied dekodiert hast – herzlichen Glückwunsch, das ist eine hervorragende Idee. Denn damit kennst Du schon den Klang der Wörter und kannst lauthals mitsingen. Und das ist doch immer eine gute Sache! Also auf zur nächsten Stufe.

3. Passives Hören
Kommen wir nun zum entspanntesten Teil der Birkenbihl-Methode, nämlich dem passiven Hören. Hier kannst Du Dich zurücklehnen, denn Dein Audio-Text läuft nun mehrere Male ganz nebenbei ab, während Du Dich mit anderen Dingen beschäftigen kannst. Du umgibst Dich einfach auditiv mit der Zielsprache, ohne genau hinzuhören. Was das bringen soll?

Nun, denke einmal an Babys, die ihre Muttersprache lernen. Schon im Mutterbauch sind sie ständig mit den Lauten ihrer Muttersprache umgeben. Im Kleinkindalter ist es dann soweit und sie lernen langsam, die großen, unverständlichen Lauteinheiten auseinander zu klamüsern und ihnen einen Sinn zuzuordnen. Irgendwann finden sie durch ständiges Hören und durch Imitation selbst heraus, wie das mit sinnvoll klingenden Ausdrücken funktioniert.

Also eignet sich diese Methode für ältere Sprachlernende wunderbar, um bereits bekannte Inhalte unterbewusst zu festigen und damit direkt ins Langzeitgedächtnis zu katapultieren.
Betrachtet man es pragmatisch, spart dieser Schritt der Birkenbihl-Methode auch enorm viel Zeit, da Du die kleine Lerneinheit ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren kannst.

4. Weitere Lernaktivitäten
Nun ist es soweit: es geht ans Eingemachte der Birkenbihl-Methode, also an die aktive Anwendung der Sprache. Je nachdem, welche Lernziele Du verfolgst, kann dies ganz verschiedene Formen annehmen. Du kannst Dir zum Beispiel einen Tandempartner suchen oder den nächsten Film auf Englisch anschauen.

Wichtig ist, die Aktivität auf Deine eigenen Lernziele und Präferenzen abzustimmen, denn es bringt wenig, eine englische Radiosendung anzuhören, wenn man eigentlich englische Gedichte schreiben möchte. Geht es ums Sprechen, ist es außerdem laut Vera Birkenbihl förderlich, sich immer an Muttersprachlern zu orientieren, um sich keinen Akzent anzueignen. Kurz gesagt: der Fokus sollte bei der Birkenbihl-Methode immer auf der Zielsprache liegen.

Mehr von Vera Birkenbihl

Falls Du mehr über das Sprachlernkonzept von Vera Birkenbihl erfahren möchtest, bietet sich ihr Buch Sprachenlernen leichtgemacht! Die Birkenbihl-Methode Fremdsprachen zu lernen an.

Du bist eher ein visueller Typ? Dann empfehlen wir Dir ein Erklärvideo, in dem Vera Birkenbihl persönlich ihre außergewöhnliche Birkenbihl-Methode erklärt. Schau doch mal rein!

Entspannt in eine Fremdsprache eintauchen?

Der Bruder der Birkenbihl-Methode: Das Superlearning mit Jicki

Ein Plus an Kompetenzen und damit auch an Sicherheit gewinnst Du natürlich, wenn Du die vier Schritte jeweils in mehreren Lektionen durchläufst. Darin liegt aber auch ein organisatorischer Nachteil der Birkenbihl-Methode, denn vor allem die Dekodierung ist recht aufwendig und dazugehörige Sprachkurse sind recht teuer.

Wir von Jicki setzen genau da an, wo bei der Dekodierung der Birkenbihl-Methode Frustpotential entstehen kann. Mit unseren Audio-Sprachkursen, den sogenannten Sprachduschen, wirst Du intuitiv und kontextgebunden an Fremdsprachen herangeführt.

Unser Angebot basiert auf dem Konzept des Superlearnings, mit dem Du in einen entspannten Zustand versetzt wirst, welcher Deine Aufnahmefähigkeit steigert.
Dabei ist es ebenso wie bei der Birkenbihl-Methode ein zentraler Bestandteil, dass Du in die Tiefenstruktur der Zielsprache eintauchst.

Mit unseren Kursen musst Du allerdings nicht erst, wie bei der Birkenbihl-Methode, nach geeignetem Übersetzungsmaterial suchen. Mithilfe von unserem Begleitheft kannst Du direkt in das aktive Hören einsteigen.

Jeder Basiskurs beginnt mit grundlegend relevanten Vokabeln, die übersetzt und danach wieder auf der Fremdsprache genannt werden. Dazwischen ist genug Zeit, um mitzulesen und alles mitzusprechen. Dabei kannst Du Dir im Begleitheft Zeichnungen anschauen, die den Inhalt sichtbar und damit besser verarbeitbar machen.

Nach und nach entstehen kleine Dialoge, die in den fortlaufenden Lektionen eine Geschichte bilden. Am Ende jeder Lektion bist Du dann gefragt – die Wörter des neuen Dialogs werden nochmals vorgesprochen, sodass Du sie nachsprechen und Dich fast wie ein drittes Gesprächsmitglied fühlen kannst. So gehst Du fließend in die Anwendung der Sprache über, die nach unseren Audiokursen beispielsweise mit einem Tandempartner fortgesetzt werden kann.

Mit Jicki baust Du, genau wie bei der Birkenbihl-Methode, von Anfang an ein Gefühl für den Satzbau der Zielsprache auf, nur musst Du dafür nicht mehr im stillen Kämmerchen dekodieren. Du kannst die Sprachduschen vor allem bei fortgeschrittenen Lektionen ganz leicht und nebenbei in Deinen Alltag integrieren, was dem passiven Hören bei Vera Birkenbihl entspricht.

Du wirst sehen, dass Dein Wortschatz fast wie von selbst ansteigt. Im Gegensatz zu selbst ausgesuchten Übersetzungen findest Du bei Jicki außerdem gerade als Anfänger ein Vokabular, das für das Sprechen und Verstehen der jeweiligen Sprache relevant ist.

Du siehst also, dass unser Konzept einiges mit der innovativen Birkenbihl-Methode gemeinsam hat. Mit unseren rhythmisierten Audio-Geschichten kommt dabei nochmal eine große Portion Entspannung und Fantasie mit ins Spiel, mit denen Du Dein Unterbewusstsein für Dich arbeiten lassen kannst – da baut sich der Wortschatz und das Gefühl für die Zielsprache fast von alleine auf!

Authentizität und Lebendigkeit sind die treibenden Kräfte hinter unseren einzelnen Lektionen, und das sind entscheidende Faktoren, die Deinen Lernerfolg erhöhen. Denn nichts ist ätzender als ein langweiliger Audiokurs, bei dem du Dir wünschst, einmal im Leben Tomaten auf den Ohren zu haben…

Eine Fremdsprache zu lernen bedeutet immer, sich in fremden Welten wiederzufinden. Mit Jicki kannst Du diese zu einem Teil Deines Alltags machen. Du wirst sehen, wie sich eine Fremdsprache mühelos vor Deinem inneren Auge strukturiert und somit schnell vertraut wird. Also nur Mut und auf in die Welt der fremden Laute! Probier es doch gleich mal aus!

Unterwegs neue Sprachwelten erkunden?

Helge Straube
Helge Straube

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema, wie Lernen wirklich funktioniert und denke dabei oftmals um zwei Ecken. Diese Erfahrungen und „Ecken“ möchte ich weitergeben.

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