Warum Suggestopädie beim Sprachenlernen hilft

Erfahre, wie Du in Entspannung Sprachen lernen kannst!

Was ist Suggestopädie?

Früher oder später beschäftigt sich jeder mit verschiedenen Lernmethoden. Lernen bedeutet oft viel Aufwand, egal worum es geht. Entweder musst Du Formeln auswendig lernen, um sie bei der Klausur anzuwenden (und danach wieder zu vergessen), oder Du paukst ewig Vokabeln, um eine Fremdsprache zu beherrschen und hast irgendwann Berge von Vokabelkarten bei Dir zuhause.

Viele stoßen irgendwann auf das Wort “Suggestopädie”, oder auch auf das aus der Suggestopädie entwickelte Superlearning. Eine Lernmethode, die auf wissenschaftlicher Forschung basiert und die ihre Hochphase in der Zeit vor dem Internet hatte, deshalb findet man nicht besonders viel darüber im Netz. Eine Lernmethode, die verspricht, dass sie effektiver ist als stures Pauken, und das mit weniger Aufwand.

Was klingt wie eine Werbung, die mehr verspricht als sie hält, hat tatsächlich Hand und Fuß. Wir wollen Dir hier erklären, worum es bei Suggestopädie eigentlich geht und wie Du noch heute damit erfolgreich und mit Spaß Sprachen lernen kannst.

Suggestopädie Erfinder: Dr. Georgi Lozanov

Der Erfinder der Suggestopädie war ein bulgarischer Arzt und Psychotherapeut. Er machte sich einen Namen, als er auf dem Gebiet der Schlaf- und Hypnoseforschung tätig war. Berühmt wurde er, als er die Suggestologie zur Schmerzkontrolle einsetzte und damit Operationen bei vollem Bewusstsein ohne jegliche Medikamente durchführen konnte.

Der Patient wurde in einen tranceähnlichen Zustand versetzt, der laut Dr. Lozanov nichts mit Hypnose zu tun hatte, die Methode steht vielmehr dem Yoga und dem autogenen Training nahe.

Motiviert durch seine großen Erfolge, unter anderem bei Geburten und der Behandlung von Patienten, die an Störungen der geistigen und körperlichen Funktionen litten, wandte sich Lozanov der Lernforschung zu. Wenn ein Mensch eine Operation fast schmerzfrei überstehen konnte, sollte er doch auch “schmerzfrei” lernen können. So entstand der Grundgedanke der Suggestopädie.

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Suggestopädie und Lernforschung

Bei seinen Nachforschungen zum Lernen stieß Dr. Lozanov auf das Supergedächtnis: Versuchspersonen konnten sich an kleinste Details erinnern, die ihnen im normalen Wachzustand nicht bewusst waren. Dieses Phänomen faszinierte ihn so, dass er seine Forschungen systematisch in diese Richtung ausbaute. Er studierte die sogenannten Wunderrechner und besuchte mehrere Yogis und Yogaschulen in Indien.

Es gab Yogis, die sich Unmengen an Sachen bis ins kleinste Detail merken konnten, die nicht einmal schriftlich festgehalten wurden.
Sehr beeindruckt davon, begann der Bulgare das Phänomen der Yogis zu untersuchen und fand dabei heraus, dass es eine Beziehung zwischen dem Zustand der Entspannung und geistiger Konzentration gibt. Diese Verbindung ermöglicht es, eine große Menge von Information aufzunehmen und gleichzeitig geistig wach und präsent zu sein. Das ist einer der Ansätze der Suggestopädie.

Suggestion vs Suggestopädie

Sehr bald stieß Lozanov auch auf die Suggestion, die unterbewusste Beeinflussung des Menschen durch Umwelteinflüsse. Er erkannte, dass die Suggestion in keiner Weise zwingend mit Hypnose oder Manipulation zusammenhängt, sondern einen alltäglichen Charakter hat.

Zum Beispiel in der Schule hängt viel von der Art der Lehrmethode und des Lehrers ab, wie gut ein Schüler/eine Schülerin sich das Unterrichtsmaterial merken kann.
Aus diesen Erkenntnissen leitete der bulgarische Arzt und Psychotherapeut ab, dass die Stimme und der dazugehörige Tonfall, sowie das Auftreten einen entscheidenden Teil dazu beitragen, wie gut man sich etwas merken kann.

Auch Werbung und Marketing versuchen gezielt die Leute durch Suggestion zu beeinflussen. Dabei wird versucht die unbewusste emotionale Ebene anzusteuern, da wir diese nicht direkt kontrollieren und somit selber beeinflussen können.

Ähnlich ist es mit dem Lernen: Wenn wir bewusst versuchen etwas auswendig zu lernen, landet es erst im Kurzzeitgedächtnis und muss vom Gehirn erst als wichtig genug wahrgenommen werden, um im Langzeitgedächtnis gespeichert zu werden. Darum vergisst Du oft nach einer Klausur den Lernstoff wieder, weil er nicht oft genug wieder abgerufen wird, nachdem Du ihn in kurzer Zeit gelernt hast. Anders ist es mit der Suggestopädie.

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Suggestopädie

Nach jahrelanger Forschung konnte Georgi Lozanov seine Ergebnisse zusammentragen und seine eigene Lernmthode entwickeln, die Suggestopädie (Worterfindung aus Suggestion/Suggestologie und Pädagogik). Dabei versuchte er, direkt das Unterbewusstsein des Menschen zu aktivieren.

Wichtig hierbei waren die Stimme und die Tonlage, wie bereits erwähnt, verschiedene Techniken, die Lehrende anwenden sollten und noch die zusätzliche Unterlegung durch klassische Musik.

Die klassische Musik hatte zwei Vorteile: 1. Klassische Musik vereinfacht, dass der Lernende sich entspannen kann und trotzdem aufmerksam ist, 2. klassische Musik aktiviert die emotionale Ebene des Gehirns, wodurch die Wissensaufnahme sehr nachhaltig wird, das heißt, dass das Wissen durch eine emotionale Verknüpfung leichter ins Langzeitgedächtnis kommt.

Weitere Aspekte der Suggestopädie

Es gibt noch zwei weitere erwähnenswerte Aspekte der Superlearning-Methode von Lozanov:

1. Die “Infantilisierung”(lat. infantilis = kindlich) ist ein geistiger Zustand, der dem eines Kindes nahe kommen soll. Das heißt nicht, dass wir wieder Sand essen oder ähnliches, sondern, dass wir in diesem Zustand den wissensdurstigen und neugierigen Geist eines Kindes annehmen sollen. Warum? Kinder lernen unglaublich schnell, weil sie vieles ausprobieren und an allem interessiert sind. Als Kind hat es uns außerdem noch Spaß gemacht Neues zu lernen, was sich über die Jahre eher als lästige Tätigkeit etabliert hat.

2. Der zweite Aspekt ist der Einfluss der peripheren Reize, die den Lernprozess unterstützen oder hemmen können. Da wir nicht nur aktiv und bewusst lernen, sondern die Aufnahme des Lernstoffes auch in einem unbewussten Vorgang stattfindet, ist es sinnvoll auch diesen unbewusst ablaufenden Lernprozess zu unterstützen, wie in der Suggestopädie vorgesehen.

Um zu verdeutlichen, was gemeint ist: hier ein Zitat von Lozanov selbst:
„Im Augenblick halte ich eine Rede. Meine ganze Umgebung nehme ich jetzt nicht wahr. Ich weiß z.B. nicht, wie viele Lampen dort oben an der Decke hängen. Aber wenn Sie mich hypnotisieren würden, könnte ich Ihnen sagen, wie viele es sind. Denn alles, was über die Sinne aufgenommen wird, ist im Gehirn gespeichert. Die Suggestopädie nimmt diese peripheren Wahrnehmungen und strukturiert sie so, dass sie für die pädagogische Praxis brauchbar werden.“

Daraus können wir schließen, dass die Beeinflussung der Umgebung den Lernerfolg sehr positiv beeinflussen kann. Zum Beispiel kann es förderlich sein, wenn beim Englischlernen eine “englische Atmosphäre” herrscht. Das würde erklären, warum wir im Ausland schneller Sprachen lernen als zuhause. Darauf versucht die Suggestopädie auch zurückzugreifen.

Sprachenlernen mit Suggestopädie

Nachdem die Superlearning-Methode nach den 70ern wieder von der Bildschirmoberfläche verschwunden war, haben wir mit Jicki die Idee 2015 wieder aufgegriffen. Nach verschiedenen Selbstversuchen konnte unser Gründer Helge erfolgreich seine eigene Lernmethode auf Grundlage der Suggestopädie entwickeln.

Das sogenannte Jickilearning hat sich auf das Sprachenlernen spezialisiert und versucht dabei verschiedene Ergebnisse von Lozanovs Forschung einzubauen.

Dabei werden die Sprachkurse, die nur auf Zuhören basieren, Vokabelduschen oder Sprachduschen genannt. Sie berieseln die Lernenden mit klassischer Musik und einer anfänglichen Entspannungsübung, damit Du Dich tatsächlich entspannst und in den von dem Bulgaren bereits erforschten besonders aufnahmefähigen Zustand kommst.

Dann werden Dir Vokabeln und deren Übersetzung in einer bestimmten Tonlage und von Muttersprachlern vorgetragen, was unter anderem dazu führt, dass Du beim Lernen ein sehr gutes Sprachverständnis entwickelst.

Die suggestopädische App zum Sprachen lernen!

Jicki App Sprachwahl

Dadurch, dass die Sprachkurse auditiv sind und Du sie im Internet streamen kannst, müssen nicht mehr Lehrkräfte auf diese Methode geschult werden, damit sehr viele Menschen davon profitieren können. Einer der Vorteile der Digitalisierung, die zu der Zeit der Suggestopädie noch nicht stattgefunden hatte.
Besonders prägnant ist, dass auditiv sehr leicht eine atmosphärische Umgebung geschaffen werden kann, von der Du als Lernende/r sehr profitieren kannst.

Der große Unterschied zu Lozanovs Suggestopädie ist also, dass der Lernerfolg nicht mehr von einem Lehrenden abhängig ist, sondern dass jeder Zugang zu den gleichen Materialien hat.

Außerdem greifen die Sprachkurse die Infantilisierung des Superlearnings wieder auf: Das Sprachenlernen soll wieder intuitiv und stressfrei werden, so wie Du als Kind Deine Muttersprache gelernt hast. Dadurch, dass Du durch das Zuhören viel bessere Verknüpfungen bilden kannst, als wenn Du Vokabeln aus einem Buch lernst, wird sich Deine neue Fremdsprache viel besser im Gehirn verankern. Bisher kannst Du mit den Kursen von Jicki, die auf Suggestopädie basieren Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Griechisch lernen. Außerdem gibt es einen kostenlosen Deutschkurs für Arabisch Sprechende.

Du willst die Suggestopädie Sprachkurse kostenlos ausprobieren? Dann versuch doch jetzt die Jicki-Wette: wir wetten mit Dir, dass Du einen Dialog in einer Fremdsprache, die Du noch nicht gelernt hast, nach 20 Minuten verstehst.

Unsere Top-3 FAQs zum Thema Suggestopädie beim Sprachenlernen

Was ist Suggestopädie?

Bei der Suggestopädie soll das Unterbewusstsein aktiviert werden.

Es geht darum, beim Lernen bzw. Lehren einen entspannten und sehr aufnahmefähigen Zustand zu erreichen.

Dies wird durch klassische Musik, rhythmische Sprache, eine angenehme Tonlage und spezielle Lerntechniken erreicht. 

Welche Lernmethoden zum Sprachenlernen gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Lernmethoden. 


Die Birkenbihl-Methode besteht aus vier Schritten:
1. Dekodierung
Wortwörtliches Übersetzen eines Textes.
2. Aktives Hören
Hören des Textes auf Englisch, währenddessen Lesen der eigenen wortwörtlichen Übersetzung.
3. Passives Hören
Erneutes Anhören des englischen Textes und währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen.
4. Anwendung
Anwenden der Sprache mithilfe von Übungen, Konversationen etc.

Bei dieser Methode wird der Lernstoff in einer besonders entspannten Atmosphäre aufgenommen, im Idealfall in Kombination mit Entspannungsmusik und -übungen. Auf diese Weise wird das Gelernte in Dein Langzeitgedächtnis transportiert, da Du Dich in einem besonders aufnahmebereiten Zustand befindest.

  • Output-Methode:

Auch bekannt als “Speak from Day 1”, bedeutet diese Methode, alles gelernte immer und direkt anzuwenden. Anfangs ist das zwar sehr wenig, es kommt jedoch von Tag zu Tag mehr dazu. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass Du sofort loslegen kannst und es keiner monatelangen Vorbereitung bedarf.

  • Input-Methode:

Das Stichwort heißt hier: konsumieren! Schaue Filme und Serien auf Englisch, höre englische Hörbücher und Podcasts und lies englische Bücher und Zeitschriften. So bekommst Du ein allgemeines Gefühl für die Sprache und entwickelst ein Textverständnis.

Bei der Pimsleur-Methode findet der Lernvorgang rein auditiv statt, auf die Schriftsprache wird gänzlich verzichtet. Sie lehnt an den Spracherwerb der eigenen Muttersprache an. Mit Hilfe der Methode soll ein gutes Sprach- sowie Hörverständnis entwickelt werden.

Assimil ist eine intuitive Lernmethode. Sie soll also das Lernen der eigenen Muttersprache auf das Lernen neuer Sprachen projizieren.

Mit der Assimil-Methode lernst Du Sprachen auditiv, visuell und gehirngerecht. Du lernst Sprachen durch ein Konzept aus Hören und Sehen – also vom Kopf direkt ins Gedächtnis.

Welche Lernmethoden eignen sich am besten für Kinder?

Kinder lernen sehr schnell und unbeschwert. So ist es auch mit neuen Sprachen. Jeder von uns hat schließlich schon mindestens eine Sprache im Kindesalter gelernt – unsere Muttersprache. Beim Lernen mit Kindern ist es also sinnvoll, auditive Lernmethoden anzuwenden. Das Gehörte kann von Kindern einfach gespeichert und langfristig im Gedächtnis behalten werden. Das beste Alter hierfür ist zwischen drei und sechs Jahren.

Helge Straube
Helge Straube

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema, wie Lernen wirklich funktioniert und denke dabei oftmals um zwei Ecken. Diese Erfahrungen und „Ecken“ möchte ich weitergeben.