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Wie Alphawellen und Musik beim Sprachenlernen helfen

Musik und Sprachen

Vielleicht hast Du schon einmal gehört oder gelesen, dass Alphawellen und Musik Dir beim Lernen helfen können und wolltest mehr zum Thema erfahren. Vielleicht liest Du aber gerade das erste Mal davon und bist jetzt erst einmal skeptisch. Falls ja, dann ist das nur fair, denn man sollte ja nicht immer alles glauben, was man hört oder liest. Vor allem im Internet 😉
Lass mich aber mit diesem Blogbeitrag versuchen, Dir genug Infos zum Thema zu übermitteln, dass Du gegen Ende Deine Skepsis so weit abgelegt hast, dass Du die Wirkung von Alphawellen und Musik zum Lernen ausprobieren möchtest. Also gut, dann mal los.

Was sind denn überhaupt Alphawellen?

Alphawellen sind Gehirnwellen. Davon gibt es im Gehirn fünf unterschiedliche und sie reichen von Deltawellen mit dem niedrigsten Frequenzbereich von 0,5 – <4 Hz (Hertz) bis zu den Gammawellen mit einem Frequenzbereich von 38 – 70 Hz. Jeder dieser Frequenzbereiche ist im Gehirn für unterschiedliche Funktionen zuständig. Alphawellen treten im Gehirn mit einer Frequenz von 8 – 13 Hz auf, wenn wir uns in einem Zustand von leichter Entspannung bzw. entspannter Wachheit befinden und sind hauptsächlich bei geschlossenen Augen aktiv. Wenn wir die Augen öffnen, werden sie in der Regel durch Betawellen ersetzt.

Ok, aber welchen Vorteil bringen diese Alphawellen mir jetzt beim Sprachenlernen?

Mit dieser Frage hat sich auch der Arzt und Psychologe Georgi Lozanov beschäftigt. Er arbeitete bereits in den 1960ern mit Hypnose und Suggestion und war auch sehr an fernöstlichen Entspannungstechniken interessiert. Er beobachtete unter anderem auch sogenannte Gedächtnisakrobaten und fand dabei heraus, dass diese Höchstleistungen vollbringen konnten, während Sie sich in einem mental aktiven, aber gleichzeitig körperlich entspannten Zustand befanden. Eine Messung der Gehirnwellen ergab, dass das Gehirn in diesem Zustand mit Alphawellen arbeitete. Man spricht daher auch vom Alpha-Zustand. Hierdurch ist es möglich, dass Informationen nicht erst im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden, sondern direkt in unser Langzeitgedächtnis gelangen. Dadurch können wir in etwa 45 Minuten beispielsweise 100 Vokabeln aufnehmen und abspeichern. Alphawellen bewirken bei uns also eine erhöhte Erinnerungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Aus Lazanovs Erkenntnissen entwickelte sich später die Superlearning-Methode zum einfachen und entspannten Sprachenlernen, auf die auch die Methode von Jicki aufbaut.

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Gibt’s da vielleicht ne Studie zu?

Die positive Wirkung von Alphawellen wurde unter anderem durch eine Studie der Wissenschaftlerin Amishi P. Jha bewiesen. Hierzu hat man einen Test unter amerikanischen Soldaten durchgeführt. Die Testpersonen wurden dazu vor einem militärischen Einsatz in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekam während der für Soldaten meist sehr belastenden Vorbereitungszeit acht Wochen lang ein spezielles Meditationstraining, die andere Gruppe nicht.

Meditation bewirkt im Gehirn eine verstärkte Aktivität von Alphawellen. Als die beiden Gruppen nach Ablauf der acht Wochen dann getestet wurden, stellte man bei der Meditationsgruppe eine deutlich höhere Konzentrationsfähigkeit fest.

Muss ich jetzt regelmäßig meditieren, um von Alphawellen zu profitieren?

Die Antwort ist ganz klar ja. Spaß beiseite, es gibt einen Trick wie Du auch ohne Meditation Alphawellen in deinem Gehirn produzieren kannst. Schon Lozanov hat nach einem Weg gesucht, den Alpha-Zustand im Gehirn leicht zu erreichen. Dabei fand er heraus, dass man sich mithilfe von spezieller klassischer Musik (die die sogenannten Largosätze beinhält) recht einfach in den Alpha-Zustand versetzen kann. Diese Largosätze findet man besonders häufig in der Barockmusik wieder.

Klassische Musik verbessert Deine Konzentration aber auch ganz allgemein, aufgrund des “Mozart-Effekts”, der besonders stark bei der Tonart Dur und einem heiteren Klangbild erzeugt wird. Unabhängig davon, ob Du jetzt Mozart oder die Musik eines anderen klassischen Komponisten hörst, aktiviert die Musik die gleichen Hirnregionen, die auch beim Lösen von räumlich-zeitlichen Aufgaben genutzt werden und Du kannst Dich dadurch besser konzentrieren. Warum das bei klassischer Musik der Fall ist, wurde jedoch bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Das soll uns aber an dieser Stelle nicht weiter stören. Ich würde sagen, es reicht uns auch erstmal das Wissen, dass wir davon profitieren können.

Kann ich auch andere Musik zum Lernen einsetzen?

Ja, das kannst Du tatsächlich. Dabei solltest Du aber darauf achten, dass die Songs sich im Bereich von 56 – 64 Schlägen pro Minute befinden, was in etwa dem Herzschlag eines Menschen im entspannten Zustand entspricht. Zu sehr davon abweichen sollte die Geschwindigkeit nicht, Du sollst ja weder einschlafen, noch zu aufgeregt sein. Generell solltest Du auch lieber Musik ohne Text (oder mit wenig Text) hören, denn gerade der lenkt Dich eher vom Lernen ab.
Am idealsten ist es sogar, wenn Du die Musik während dem Lernen nur im Hintergrund wahrnimmst, denn dann kannst Du Dir sicher sein, dass sie Dich nicht ablenkt.

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Binaurale und isochrone Beats

Jetzt werfe ich hier schon wieder neue Begriffe in den Raum. Aber keine Angst, es klingt merkwürdiger als es tatsächlich ist. Mit diesen beiden “Beats” kannst Du Dein Gehirn ganz gezielt in den Alpha-Zustand versetzen. Und zwar durch akustische Gehirnwellen-Stimulation. Hierbei hörst Du rhythmische Impulse, mit denen in Deinem Gehirn die jeweils gewünschte Frequenz erzeugt wird. Da das menschliche Ohr nur Frequenzen über 16 Hz wahrnehmen kann, werden Tricks angewandt um diese direkt in deinem Gehirn zu erzeugen.
Das geschieht auf zweierlei Arten, entweder durch binaurale oder durch isochrone Beats. Ein binauraler Beat setzt sich aus zwei unterschiedlichen Frequenzen auf dem linken und rechten Ohr zusammen, weshalb Stereo-Kopfhörer verwendet werden müssen. Wie bei einer Subtraktion entsteht dadurch im Gehirn die Differenz der höheren und tieferen Frequenz. So ist es möglich Alphawellen zu erzeugen. Bei den isochronen Beats wiederum werden die Alphawellen durch gepulste hörbare Signale erzeugt.

Um also eine Frequenz von 10 Hz zu erzeugen wird ein Ton 10 mal pro Sekunde wiederholt. Generell sind isochrone Beats effektiver, um die gewünschten Frequenzen zu erzeugen, daher werden hauptsächlich sie zur Gehirnwellen-Stimulation verwendet. Es gibt sogar bereits eigene Radiokanäle dafür. Hier sind die Frequenzen jedoch meist mit Naturgeräuschen oder sphärischer Musik unterlegt, da die Beats alleine den meisten Hörern eher unangenehm vorkommen.

Die Jickilearning Methode

Um zum Schluss noch einmal konkret darauf zurückzukommen, warum Alphawellen und Musik Dir beim Sprachenlernen helfen, möchte ich Dir unsere Jicki Sprachduschen vorstellen. Hier lernst Du auditiv nach dem von Georgi Lozanov entwickelten Konzept des Superlearnings. Zu Beginn jeder Lektion hörst Du eine Entspannungsübung, die Dich gezielt in den Alpha-Zustand versetzen soll. Dieser wird dann während der Lektion durch die klassische Musik im Hintergrund aufrechterhalten, was Dir erlaubt Vokabeln und Phrasen besonders schnell und effizient zu lernen und im Langzeitgedächtnis abzuspeichern.

Wenn Du magst, kannst Du es gern mal ausprobieren 😉

Wir wünschen Dir viel Spaß dabei und falls Du noch fragen zum Thema hast, darfst Du gern einen Kommentar da lassen.

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Helge Straube
Helge Straube

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema, wie Lernen wirklich funktioniert und denke dabei oftmals um zwei Ecken. Diese Erfahrungen und „Ecken“ möchte ich weitergeben.

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